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Kameras & Objektive

Springblende am Zenitar 2,8/16mm deaktivieren

Zenitar Rückansicht mit aufgeschraubtem Adapter (Hama) für Minolta AF
Zenitar Rückansicht mit aufgeschraubtem Adapter (Hama) für Minolta AF
Der Einsatz des Zenitars an einer modernen Kamera wirft ein Problem auf. Da das Zenitar nicht über eine Umschaltung von automatischer Blende zu manueller Blendeneinstellung verfügt, ist ein Umbau notwendig, falls man die M42-Version über Adapter z.B. an einer dSLR verwenden will.


Die reversible Entfernung der Springblendenmechanik am Zenitar ist relativ einfach zu bewerkstelligen. Den Nachweis der Umkehrbarkeit habe ich heute erbracht, da ich den Umbau für die Bilder in beiden Richtungen durchgeführt hatte.
Was hier am Beispiel des Adaptierens an die Konica-Minolta Dynax 7D geschrieben ist, sollte für die DSLR von Sony und mit anderem Adapter auch für Canon übertragbar sein.

Neben passenden Schraubenziehern wird eigentlich nur noch ein Tropfen Heißkleber benötigt (und selbst der nicht unbedingt.)

Die Demontage sollte an einem relativ staubfreien Ort passieren und das Objektiv in einer Schüssel (Entwicklerschale o.ä.) liegen, denn die Mechanik hat etwas Federspannung und die Schrauben verteilen sich gerne über den Fußboden. Der hintere Kompensator sollte ruhig entfernt werden, damit er nicht verkratzt wird. (Habe ich jetzt nicht gemacht, ist aber sinnvoll.)

Von hinten werden die drei Schrauben gelöst, die den Anschluss für das Bajonett (M42) halten.

Die Platte wird abgenommen.

Dabei nicht am Einstellring für die Blende ziehen, da sonst  möglicherweise noch ein paar Teile mehr auseinandergebaut werden, als beabsichtigt.

Auf dem Bild sieht man andeutungsweise, welche beiden Hebel für die Übertragung der Springblendenfunktion zwischen Anschluss und Blende von Bedeutung sind.
Auch wenn es jetzt nicht wirklich interessiert - als Orientierung für eine Umkehr dieser Bauanleitung - ist dieser Hebel für die Blendensteuerung wichtig.

Uns interessiert mehr diese Platte und die darauf sitzende Mechanik der Springblende. Die beiden markierten Schrauben werden wegen der Federspannung vorsichtig gelöst.

Alternativ zur Demontage könnte man hier auch irgendetwas dazwischen stecken, um den Stößel zu blockieren.


Wenn die Teile nicht über den Teppich verteilt sind, so ist das ungefähr der Zwischenstand.

Jetzt die Mechanik in ein durchsichtiges Tütchen packen, Zettel dazu, auf dem steht, was es ist und Tüte zuschweißen und in die Kiste "Sammlung, Teile" packen.


Die Löcher für Stößel (grün) und Mechanik (blau) habe ich mit einem Tröpfchen Heißkleber verfüllt, damit ich den im Bedarfsfall wieder herausgepuhlt komme.

Die Schrauben entweder mit in die oben erwähnte Tüte packen oder wieder einschrauben - sie sind kurz genug - falls nicht könnte auch eine Unterlegscheibe darunter.

Da die Löcher aber beim Fotografieren sowieso verdeckt sind und dort wohl kein Licht entlang kommt, dient das in erster Linie als Staubschutz.


Außen überstehender Heißkleber (blau) sollte mit einem scharfen Messer entfernt werden.

(Bevor sich jemand wundert - der grüne Pfeil zeigt auf die wieder eingedrehten Schrauben)



Nach dem Anschrauben der Platte sind wir eigentlich fertig.

Man hat das Objektiv jetzt mit einstellbarer Arbeitsblende.

Die Minolta Dynax 7D lässt sich nun im Modus A (Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik) problemlos damit verwenden, vorausgesetzt die Auslösepriorität ist von Autofokus auf Auslöser umgeschaltet.

Andere Dynaxe z.B. die 500si super müssen etwas umständlich in einen Modus gestellt werden, bei dem das geht, aber irgendwie funktioniert es meistens. Hinweise dazu sind u.a. auf http://www.jwhubbers.nl/mug/af-tips.html zu finden.


Nachteil der ganzen Sache - das Objektiv steht auch immer auf Arbeitsblende, wenn man es an einer Kamera mit M42-Anschluss benutzen will. Damit kann man durchaus leben, so oft verwendet man es nicht und im Notfall lässt sich der Heißkleber recht ordentlich entfernen, so dass das Objektiv wieder mit Springblende nutzbar ist.

Zur Frage - bringt das Zenitar einen Fortschitt beim Blickwinkel oder gibt es einen hinreichenden Unterschied zum 17mm Weitwinkelobjektiv - noch eine Vergleichsansicht zwischen den zwei Brennweiten


Aufgenommen mit Dynax 7D und Konica-Minolta 2,8-4/17-35mm bei 17mm


und Zenitar 2,8/16mm.

Wer möchte, kann auch noch einen Blick auf den allgemeinen Text zum Zenitar 2,8/16mm und der Justierung der Entfernungseinstellung werfen.


geschrieben / geändert am : 01.10.2006