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Kameras & Objektive

Domiplan 2.8/50 - Hinweise zur Blendenreinigung - Deaktivieren der Springblende

Domiplan 2,8 / 50 mm
Domiplan 2,8 / 50 mm
Als ich jetzt ein Domiplan 2.8/50 mit verölten Blendenlamellen in der Hand hielt und gedachte es zu reinigen, war ich zunächst etwas verwirrt. Eine Stelle zum Öffnen fand sich erst nach genauerem Hinsehen.


Hinweise zur Blendenreinigung

Dieser Artikel soll keine komplette Anleitung zum Thema "Wie reinige ich die Blende?" sein, sondern ein kleiner Wegweiser für die ersten Schritte und Fallen bei diesem Objektiv. Für diese Reinigung ist kein Spezialwerkzeug, sondern nur ein paar scharf geschliffene Schraubendreher und Fingerspitzengefühl notwendig.

Der Text ist wie immer nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben, aber ohne Haftungsübernahme. Blendenlamellen sind sehr empfindlich und leicht zu beschädigen. Im Zweifelsfall dann doch lieber gleich in die Werkstatt mit dem Objektiv.

Fehlerbild

Das Fehlerbild war typisch, aber noch nicht  sehr auffällig. Die Blende schloss sich normal, sprang aber erst beim Verstellen des Blendenwertes wieder vollständig auf. Der Sucher der Praktica blieb nach dem Auslösen dunkler als erwartet, da das Objektiv von selbst nur noch etwa bis Blende 4 öffnete.

Erster Eindruck

Schaut man von hinten auf das Domiplan-Objektiv, fallen zunächst nur 3 Madenschräubchen auf, die die Hinterlinse aus Position halten. An diesen Madenschrauben würde ich nicht drehen, da sonst das komplette Objektiv dejustiert werden kann.

Öffnen des Domiplan 2.8/50mm

Aber die Hinterseite mit dem M42- Anschluss ist schon die richtige Stelle, um recht einfach an die Blende zu kommen. Bei genauerere Betrachtung sieht man einen ganz leichten Farbunterschied zwischen dem Bereich, wo der M-42-Anschluss sitzt und der Kante das Objektivs - und dazwischen eine Kerbe. Der Ring reicht endet sichtbar in einer 2. Kerbe vor der Schärfentiefe-Skale.
Greift man jetzt beherzt zu und dreht (immer noch von hinten schauend) diesen Ring entgegengesetzt zur Uhrzeigerrichtung, so lässt er sich abschrauben - in meinem Fall ohne größeren Widerstand.

In diesem Foto ist der Ring grün eingefärbt, so dass er besser zu erkennen ist. In Wirklichkeit ist Ring etwas rötlicher als der Lack  auf dem Rest des Objektivs.

Noch mal die Warnung: Die kleinen Madenschrauben an dem Ring direkt an der Hinterlinse nicht anfassen!












Eigentlich müsste der Rest der Zerlegung sich selbst erklären. Spätestens ab jetzt sollte aber nur noch über einer Schale gearbeitet werden, da einzelnen Teile herausfallen können.

Die zwei Schrauben, die den Blendenhebel halten, lassen sich einfach entfernen. Danach kann man den Blendenhebel herausheben.

Die drei Schrauben, die die Schärfeniefenskala halten, gingen ebenfalls leicht zu lösen - aber vor dem Entfernen der  Skala etwas Vorsicht - hier gibt es zwei Federn, die sich gerne durch den Raum verteilen und nur durch diesen Ring und etwas Fett gehalten werden. Diese Federn drücken die Führungstifte für die Entfernungseinstellung an. Es ist nicht notwendig die Stifte zu entfernen oder hier etwas zu verdrehen.
Beim Zusammenbau ist hier meiner Meinung nach der schwierigste Punkt, denn diese Federn müssen wieder unter den Ring.

Nach dem Entfernen der Schärfentiefenskala lassen sich 3 Schrauben sehen, die die Hinterlinsengruppe halten und die Blende abschließen. Diese Schrauben lösen und wir sind genau da, wo wir hin wollten - an den verklebten Blendenlamellen.

Die Blendenlamellen lassen sich jetzt vorsichtig herausheben. Ich habe die Lamellen, den darunter liegenden Ring für die Lamellenführung und die Bereiche, in denen sich die Lamellen bewegen mit Feuerzeugbenzin  gereinigt. Die Lamellen lege ich dazu auf eine Zellstofftaschentuch und reibe sie mit einem Ohrenreinigungsstäbchen, welches ich in Feuerzeugbenzing getränkt beidseitig habe, leicht ab.

Danach trocken lassen und wieder in umgekehrter Reihenfolge möglichst staubfrei zusammenbauen.

Beim Einsetzen der Blendenlamellen ist es vorteilhaft, den Trägering so zu positionieren, dass die Blende weit göffnet wird.
Vor dem Aufsetzen der Hinterlinsengruppe muss die Blende etwas geschlossen werden.


Deaktivieren der Springblendenfunktion beim Domiplan 2.8/50

Leider hat das Objektiv keine Umschaltung zwischen manueller Blende und Springblende.  Deshalb ist es nicht  ohne Eingriff möglich, das Objektiv an einer DSLR (wie z.B. KoMi D7D) zu verwenden. Auf den Sinn oder Unsinn komme ich später irgendwann mal zurück, jetzt geht es um die Machbarkeit.

Benötigt habe ich dazu neben dem einfachen Werkzeug und etwas Nerven ein ca 3mm langes Stück Messingrohr mit dem Außendurchmesser von ca. 2mm. Der Innendruchmesser soll so groß sein, dass das Stück über den Springblendenstift passt.

Richtungsangaben im folgende Text sind auf diese Ansicht bezogen:



Das Bild zeigt das Objektiv nach der Änderung und die einzelnen Teile, die für uns wesentlich sind. Für die grausame Farbwahl der Markierung bitte ich  um Vergebung.

  • Analog der obigen Beschreibung zu Blendenreiningung wird zunächst erst einmal der Ring abgeschraubt (hier ist er schon ab.)
  • Dann werden die Schrauben 1 und 2 gelöst und der Hebel A entnommen.
  • Wenn jetzt der hier grün markierte Hebel nach unten gedrückt wird, kann der Stift für die Springblende nach unten mit einer Pinzette oder kleinen Zange herausgenommen werden.
  • Nun wird das ca 2-3mm lange Stück 2mm-Messingrohr auf diesen Stift gesteckt. (Ein Stück Kugelschreibermiene oder ähnliches geht sicher auch.)

Für den Rest brauchen wir etwas Ruhe:
  • Jetzt wird zunächste der Stift mit der kleinen Messinghülse wieder eingefädelt.
  • Jetzt muss der Hebel (A) wieder eingesetzt werden, das ist nicht ganz simpel, weil der Mitnehmer (E) über den Hebel (C) muss und der Stift (D) auf dem Hebel (B) wie auf dem Bild stehen muss. Wenn der Hebel (C) nach untengedrückt wird, ist es aber zu schaffen. [Hinweis, das Drücken des Hebels C nach unten schließt die Blende]
  • Dann die Schrauben wieder rein und prüfen, ob die Blende jetzt beim Drehen des Blendenrings gelich mit schließt

So das ganze noch aus leicht verändertem Blickwinkel sieht man auch die kleine Messinghülse glänzen, die die Blende nun zuhält.








geschrieben / geändert am : 17.10.2006