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Dias & Negative abfotografieren

2. Variante zum Abfotografieren von Negativen


Nachdem der bisherige Text zum Abfotografieren von Dias und Negativen relativ viel Interessenten findet, möchte ich eine Ergänzung einbringen.


Da es sich dabei um einen etwas anderen Ansatz handelt, möchte ich noch einmal auf den alten Text zum Abfotografieren von Dias und Negativen verweisen.

Negative mit Hilfe eines Farbvergrößerer abfotografieren


Voraussetzung für diese Variante ist eine Möglichkeit die Kamera am Vergrößerer zu montieren. Der selbst gefertigte Filterhalter ist stabil genug. um die Kamera daran aufzuhängen.

Als Vergrößerer habe ich den vorhanden Meopta Opemus 6 ausgewählt, da ich auch gelegentlich ein Mittelformatnegativ schnell erfassen möchte.

Teile meines Aufbaus vom Vergrößerer zur Kamera (je nach Inhalt der Bastelkiste gibt es sicher zahllose Varianten):

  • Vergrößerer
  • Objektivplatine mit M42 Gewinde (war beim Janpol Color Objektiv mit dabei)
  • Umkehrring (M42/M55)
  • Stepring M55 (innen) /M58 (außen) [Danke noch mal an Roland fürs Drehen]
  • Stepring M58 (innen)/M49 (außen)
  • Filterhalter / lens mount
  • Kamera

chaotisch?
Ja, eigentlich wird nur eine Möglichkeit gebraucht, die Kamera in der optischen Achse des Vergrößerer zu befestigen -also von Objektivplatine zu Kamera bzw. Filterhalter. In meinem Fall wäre eine Objektivplatine mit einem angesetzten M49-Außengewinde ideal - das habe ich selbst aber nur mit diesem Umweg zur Verfügung.
Alle Varianten ohne direkten Kontakt zwischen Kopf des Vergrößerers und Kamera, z.B.: mittels Stativ unter der Kamera oder so, erschienen mir für den Anfang ungeeignet, da dann auch die Chipebene kaum parallel zur Filmeebene des Vergrößerers verläuft, was damit eine Verzerrung der Bilder erzeugt.

In diese Aufbau fehlt dem einen oder anderen eventuell die Linse (+4Dioptrien). Diese ist beim Abfotografieren von 6x6-Negativen unnötig. Für Kleinbildnegative und gar Ausschnitte davon kann die Nahlinse sinnvoll sein. Im folgenden Beispiel habe ich aber darauf verzichtet.

Ideal wäre es, die optische Achse der Kamera noch parallel zur optischen Achse des Vergrößerers verschieben zu können, so wären Ausschnitte flexibler wählbar. Bei Kleinbildfilmen lässt der Opemus 6 auch genügend Spielraum für Anpassungen des Ausschnitts durch Verschieben des Negativs.

Nach einigen Versuchen über optimale Einstellungen der Farbfilter am Mischkopf (Meopta Color 3) orientiere ich im Moment ungefähr auf folgende Einstellungen:

Mischkopf:
Farbfilter 00-20-110 (Yellow-Magenta-Cyan) wurde bei unten folgender Serie verwendet. Besser ist es natürlich das Negativ ohne die Perforation abzufotografieren, da die die Perforationslöcher einen Teil des Kontrastumfangs belegen.

Bei Motiven mit einem intensiven Rot hatte ich bei dieser Filterung Probleme (Kunstlicht in einer Sporthalle, Fuji 400er).
Hier zeigte es sich als günstiger 00-40-90 zu verwenden. Die Bilder von den Negativen gehen dann deutlicher in Richtung Rot/Magenta und nach einer Invertierung haben die Bilder einen grün-cyanen Stich, aber nur so war es möglicht, die Rottöne halbwegs zu treffen.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass die ideale Filterung unter anderem vom zum Aufnahmezeitpunkt vorhanden Licht (Lichtfarbe), Typ des Films (hier ein umgelabelter einfacher Fuji) und manchen Dingen mehr abhängt. Allerdings reicht auch schon eine ungefähre Filterung, um den zur Verfügung stehenden Farbbereich für Nachbearbeitungen erheblich gegenüber einer ungefilterten Variante zu verbessern.

Für alle, die sonst keinen Kontakt zu Farbvergrößerern haben: Die eingestellten Filterwerte werden in der Reihenfolge Gelb-Magenta-Cyan angegeben. Die Reihenfolge der Filtereinstellungen am Mischkopf Color3 von Meopta ist genau entgegengesetzt (Cyan-Magenta-Yellow-[Density]). Die einstellbaren Filterwerte und die mit diesen Werten eingestellte Filterung verschiedener Hersteller sind unterschiedlich.

Einstellung der Kamera:

  • Macromodus
  • Belichtungsmessung Mittebetont
  • Blitz aus
  • Weißabgleich auf Tageslicht (oder manuell anpassen, aber auf eine feste, reproduzierbare Einstellung)

Da die Kamera bei mir mit dem Display nach unten hängt, könnte man durch die Nutzung es Videosignals zur Voransicht eine bessere Orientierung für das entgültige Bild erhalten.

Hier nun Beispielbild mit einer Serie von Bearbeitungsschritten:

Rohbild aus der Kamera. Ohne Filterung wäre das Bild vom Film braunorange durch die Maskierung. Bei der anschließenden Bearbeitung würde uns die Substanz in den einzelnen Farbkanälen fehlen. Ideal wäre vermutlich die Maskierung des Films möglichst auf weißgrau zu filtern, aber auch so reicht das Bild aus.

Das Bild ist durch Hinzufügen einer Ebene (Modus Differenz) mit Farbe der verblieben Maske über das Bild invertiert. Alternativ dazu ist im folgenden Bild

das Negativ einfach invertiert.
Wird eine entsprechende Vorfilterung der Lichtfarbe verwendet, ist dieser Weg durchaus erfolgsversprechend. Ich würde nach eine Variante mit einem möglichst umfangreichen Tonwertbereich (sprich breitem Histogramm der Bilder) suchen.

Das Bild nach einer Farbkorrektur (Gradationskurven und Tonwertkorrektur) und etwas Nachschärfen als Ausgleich zur hier erfolgten Verkleinerung der Darstellung.

Fazit:

Für den Einsatzzweck Web sehe ich überhaupt keine Probleme. Es geht in meinem Fall schnell als beim Scannen und mit ausreichender Qualität.
Für Prints gilt das eingeschränkt, insbesondere bei der für heutige Verhältnisse relativ niedrige Auflösung meiner Kamera.

Das Licht des Vergößerers reicht nach meiner Meinung aus, zunächst dachte ich noch an eine Variante mit zusätzlichem Blitz um das Rauschen zu minimieren, aber bei ISO 100 und Blende 4 kommt die Kamera auf ca 1/60 bis 1/30s, so dass Rauschen nicht wirklich ein Problem sein sollte.



geschrieben / geändert am : 21.02.2005