Seitenkopf





Kameras & Objektive

Zenitar 2,8/16mm


Das Zenitar 2,8/16 ist ein preiswertes Fisheye, welches gelegentlich mit ein paar Fehlern aufwartet.


Den vorliegenden Text habe ich etwas überarbeit, in der Hoffnung, einige aufgetretene Missverständnisse zu beseitigen und etwas Ordnung zu schaffen..

Das MC Zenitar M2.8/16 ist als Fisheye eine Spezialoptik. Da der bei dieser Brennweite sehr interessante Preis das Objektiv auch dem Laien erschwinglich macht, möchte ich eine Bemerkung voranstellen, auch wenn diese für den einen oder anderen trivial erscheint:
Ein Fisheye (oder deutsch Fischauge bzw. Fischaugenobjektiv) und ein Superweitwinkelobjektiv sind zwei sehr unterschiedliche optische Systeme. Wer bei Architekturaufnahmen gerade Linien erwartet, ist mit einem Fisheye nicht gut bedient, hier wäre eine nachträgliche Entzerrung des Bildes am Computer notwendig. Das Fisheye eignet sich also nur sehr begrenzt als Ersatz für ein Superweitwinkelobjektiv.

Eine mit einem Fischaugenobjektiv aufgenommene Szenerie wirkt auf einem kleinen Foto anfangs oft ungewohnt und übertrieben. Das liegt daran, dass unser Blickwinkel auf das Bild ein komplett anderer ist, als wir bei der Aufnahme zum Original hatten. Betrachtet man die Abbildung aber genauer und weiter vergrößert, kann man feststellen, dass das Zusammenlaufen der Linien in der Ferne durchaus der Realität entspricht. So abwegig ist also diese Form der Darstellung nicht, besonders, wenn das Foto wieder den Blickwinkel ausfüllt, wie das Original in der Realität betrachtet wurde.


Leiterstraße in Magdeburg


Verkaufsangebote und Realität

Ein paar Werbeversprechen von Verkäufern möchte ich relativieren und richtig stellen:

  • Die angegeben 180 Grad Blickwinkel bezieht sich selbstverständlich nur auf diagonal gegenüberliegenden Ecken. In der Mitte sind es auf der langen Seite schätzungsweise etwas über 110 Grad und
  • Die Gradangaben beziehen sich natürlich auf KB-Film. Bei einer digitalen Speigelreflexkamera mit kleinerem Chip sinkt der nutzbare Blickwinkel.
  • Ohne Farbfilter muss hinten in das Objektiv ein Kompensator eingeschraubt werden, dieser macht die Abbildung auf der Filmebene überhaupt erst möglich. Dieser Kompensator wird von Verkäufern gerne als UV-Filter und damit als Feature dargestellt. Aber dieser Kompensator mag zwar auch etwas UV-Licht schlucken, ist aber laut russischer Anleitung nur ein Kompensator und in der Lieferliste im Gegensatz zu den Farbfiltern deshalb nicht extra aufgeführt.


Macken und Fehler


Für das preiswerte Objektiv muss man eventuell mit ein paar Macken leben, die aber nicht unbedingt Einfluss auf die Funktion haben oder die sich selbst beheben lassen.

  • Mein Objektiv hat eine etwas ungleichmäßige Blende, für die ich bisher keine Möglichkeit der Justierung gefunden habe.
  • Einen Schwung feiner Späne, auf den mich die Werkstatt hinwies, bevor ich selbst hinein schaute, habe ich innen aus dem Fett vor dem Metertrieb entfernt. Ob das bei der Herstellung beim nachträglichen Ansetzen des Anschluss (bei mir M42) "passiert" ist oder der Schmierung dient , keine Ahnung. Vom Aussehen könnte es Späne vom Gewinde für die 3 Befestigungsschrauben für den M42-Anschluss sein.
  • Die Gewinde der Filter und des Kompensators waren satt mit Farbe verkleistert und mussten erst einmal mit einem Streichholz o.ä. gereinigt werden, da sonst an ein Einschrauben nicht zu denken war. Das Ausreiben des Gewinde mit dem Holz hat den Vorteil, dass das Holz weicher ist als das Metall des Filters und deshalb das Gewinde nicht beschädigt, aber die etwas sprödere und weichere Farbe auch aus den Vertiefungen herunterreiben kann.

Objektiv von hinten, M42 Anschluss und "Filter" sichtbar


  • Schon beim Scharfstellen und später auf meinen Bildern fiel mir auf, dass Objekten im Unendlichen nicht scharf waren, deshalb griff ich zur...


Justierung des Metertrieb beim Zenitar 2,8/16


Wichtig:
Ein Zenitar ohne den Kompensator (sogenannter UV-Filter) oder einen Farbfilter ist nicht unscharf, sondern unvollständig. Dieses Teil ist unbedingt notwendig, wenn kein Farbfilter einschraubt ist, da die Abbildung sonst nicht auf der Filmebene erfolgen kann.



An den mit Pfeilen gekennzeichneten Stellen sind unter der Gummiabdeckung, die sich recht einfach aus der Nut heben lässt, 3 Schrauben verborgen. Durch Lösen dieser Schrauben kann man die Begrenzung des Metertriebs (Anschlag der Entfernungseinstellung) verstellen.


Nach dieser Justierung es jetzt auch mit diesem Objektiv möglich, Dinge aus dem Unendlichen scharf abzubilden, ohne die Blende zu weit zu schließen.

Mögliche Vorgehensweise bei der Justierung
Mal angenommen, man stellt das Objektiv nach der Skala auf "unendlich" ein und das was man sieht, ist bei 4m Entfernung (Blende offen!) scharf, so ungefähr war es bei mir.


  • Gummimantel abnehmen
  • Objektiv auf "unendlich" stellen
  • Schrauben leicht lösen (müssen nicht raus). Dabei nach Möglichkeit den Metertrieb nicht verstellen. Ich lege gerne eine Fotoschale oder ähnliches unter, denn die Schrauben findet man auf dem Fußboden kaum wieder.
  • Ring(=Skala) (ohne das sich das Innere, der Metertrieb, mitdreht) auf ca 4m (also die Entfernung, wo es ungefähr bei "unendlich" scharf war) stellen
  • Schrauben (zum Testen reicht ggf. auch nur erst mal eine) anziehen und prüfen, ob man jetzt auf unendlich fokussieren kann. Eventuell die Schrauben noch einmal lösen und Ring etwas vor- oder zurückstellen.
  • alle Schrauben fest drehen (und noch einmal testen)
  • Gummi wieder aufziehen


Beim Abschrauben des Zenitars vom M42-Gewinde der Kamera sollte man das Objektiv sehr dicht an der Kamera anfassen, da sich die Frontlinsengruppe mit erstaunlich wenig Widerstand einfach abschrauben lässt.

Kreuzgang Im Kloster "Unser lieben Frauen" in Magdeburg. Das Bild ist gut geeignet, den horizontalen Blickwinkel des Objektivs abzuschätzen, da die Gänge rechtwinklig sind. Auch hier noch die Ergänzung - die Beispielbilder auf dieser Seite sind auf Film fotografiert.


Als Ergänzung sei hier noch der Text über die Entfernung der Springblendenfunktion erwähnt, falls Das Objektiv an einer Kamera verwendet werden soll, die diese Springblendenfunktion nicht unterstützt.



geschrieben / geändert am : 01.10.2006