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Blitze

Slaveblitze

Glasampulle auf Papier mit Slaveblitz fotografiert. Durch die Abschattung des eingebauten Blitz mit der Hand kommt die Papierstruktur und der Schattenwurf zum Tragen.
Glasampulle auf Papier mit Slaveblitz fotografiert. Durch die Abschattung des eingebauten Blitz mit der Hand kommt die Papierstruktur und der Schattenwurf zum Tragen.
Erfahrungen und Thesen zur Verwendung von Slaveblitzen an der HP 618


Für den Einsatz eines Slaveblitze sprechen für mich die folgenden Gründe:

  • Entfesseltes Blitzen zum vermeiden von Schlagschatten bzw. zur Schattensteuerung
  • Indirektes Blitzen
  • Beseitigung der Abschattung durch den Filtermount
  • Beleuchtung bei größeren Entfernungen und Flächen

Einsatzumgebung:
Raum mit Entfernungen von 1 bis 7 m und i.a. weißen Wänden

Zum Einsatz oder in die engere Auswahl kamen verschiedene System:

  • HAMA- Slaveblitzwürfel u.a. mit HANIMEX TZ 2
  • Slaveblitzschaltung auf www.ixus-world.de
  • Metz Mecablitz 34 CS-2 digital
  • Soligor DG-20A
  • irgendwas anderes

HAMA- Slaveblitzwürfel


Niemand hatte behauptet, dass dieser Blitzwürfel als Slaveblitzauslöser für Digitalkameras geeignet ist. In dieser Kombination habe ich kaum akzeptable und reproduzierbare Bilder bekommen. Im allgemeinen passiert das Gegenteil des gewünschten - das Bild ist dunkler bis schwarz. Ein paar Ausnahmen gab es, aber diese reichen nicht um diesen Test als gelungen zu sehen. Möglicherweise ist er aber für größere Entfernungen verwendbar.






Das Blitzgerät mit dem Blitzwürfel gezündet - das klappt manchmal, aber wenn man mit lebenden Modellen und ohne Stative arbeitet, ist es ein reines Glücksspiel. Der Bereich in dem das Indoor funktioniert, ist recht schmal. (Das dieses Bild nicht so prickelnd ist, weiß ich, aber es zeigt ungefähr, was ich meine


Slaveblitzschaltung


Die Schaltung auf www.ixus-world.de mag nicht perfekt sein, aber anscheinend arbeitet sie mit der IXUS und wohl auch anderen Kameras zusammen. Ich hatte beim Nachbau so meine Probleme, aber irgendwann hatte ich die Schaltung dann funktionierend. Es zeigten sich einige Probleme, wenn die Zuleitungskabel zum Blitz und die Reinigung der Platine nicht 100%ig einwandfrei waren. Allerdings waren die Bildergebnisse mit der HP 618 und auch einer testweise benutzen Canon A40 bescheiden. Der Schnitt entsprach den Bildern mit dem HAMA-Würfel. Woran das liegen könnte weiter unten.



Metz Mecablitz 34 CS-2 digital

Habe ich nicht probiert, da dieser Blitz neben seinem recht hohen Anschaffungspreis die Kosten für Lithium-Batterien hinter sich her zieht. Da ich in der Regel nicht die ganz hohen Blitzfolgen brauche, würde ich schon gerne Akkus verwenden und zu diesem Blitz waren keine Akkus empfohlen.

Soligor DG-20A

Dieses Blitzgerät liegt im Preis etwa halb so hoch wie das Metz und hat eine geringere Leitzahl (Soligor 20 Metz 28-34) und läuft auch (nicht nur nach Herstellerangaben) mit NiMH-Akkus.


Mit diesem Blitzgerät schaffte ich es endlich ein paar vernünftige Bilder zum machen, und es auch gezielt einzusetzen. Einige Bilder auf diesen Seiten entstanden damit. Insbesondere viele Bilder im Kamerabereich. Dabei wurde oft durch einen Schirm geblitz oder beim Meoptavergrößerer indirekt in den Raum. Der Weißpunkt (Helligkeit und Farbe) muss je nach Gegebenheit dann am Rechner angepasst werden.

Allerdings hat es auch ein paar Schwächen, die ich nicht verschweigen möchte, da man durch diese recht konzentriert an die ganze Angelegenheit gehen muss und einige Zeit zum Probieren aufwenden kann:


  • Der mitgelieferte Balken könnte etwas länger sein. Der Blitz sitzt sehr nah am Gehäuse.
  • Sitzen Blitz und Kamera nebeneinander auf einem Balken, dann kann entweder der Balken schräg gesetzt werden (geht nicht mit dem mitgelieferten Teil), so dass der Blitz schräg vor die Kamera kommt oder um den Slaveauslöser des Blitzgerätes muss eine Hülse gesetzt werden, da beim Auslösen sonst ähnliche Ergebnisse, wie in den anderen Fällen entstehen.
  • Die Klemmvorrichtung zum Verkeilen auf dem Blitzschuh ist zwar schnell zu bedienen aber leider genau so schnell zu vergessen.
  • in helleren Räumen, wo man gerade so die Notwendigkeit eines Blitzes ereicht oder man einen Aufhellblitz einsetzen möchte tut dieser Blitz gerne mal unbeteiligt und ignoriert das Geblitze seiner Brüder.
  • so ganz reproduzierbar sind die Bilder nicht unbedingt und stresstauglich ist die ganze Kombination so noch nicht.

Die Zeit bist der Blitz aus 2 1800er NiMH-Akkus wieder schussbereit ist, ist nicht gerade rekordverdächtig, aber für mich noch akzeptabel. Interessant ist die einstellbare Verzögerung des Slaveblitzes, die sich allerdings irgendwie noch schwierig kalkulieren lässt.

Mit Soligor DG-20A entfesselt aufgenommen. Wie man hier sieht - es geht durchaus, aber ...




Thesen und Lösungsansätze


Ich gehe davon aus, dass:

  • der Blitz in der Kamera gesteuert wird. Wenn dem nicht so wäre, könnte man in der HP die Blitzstärke sicher kaum einstellen - geht über Digita-Script.
  • Die Blitzdauer ist ungefähr so 1/1000 Sekunde lang (nimmt man die spärlichen Angaben, die man so findet, könnte das hinkommen).
  • Die Belichtungszeit beträgt 1/60 oder 1/125 Sekunde.
  • Die gängigen Slaveblitze zünden (im Idealfall) auf der Spitze des kurzen Lichtpeaks. In Wirklichkeit zünden diese wohl ehr wenn der Peak über einem Schwellwert ist.
  • kein Doppelblitz gezündet wird. Auch wenn mir kein echtes Speicheroszilloskop zur Verfügung stand, war nur ein kleiner Blitzimpuls zu sehen. Das würde auch erklären, warum die Schaltung von ixus-world bei mir nicht so funktionierte, wie ich vermutet hatte.

Ich vermute:

Es scheint so, dass dieser Zündzeitpunkt etwas später gewählt werden muss, da sonst die Reglung der Kamera das Licht des Zweitblitzes nur misst und dann den eingebauten Blitz reduziert. Vermutlich reicht dann aber die Helligkeit nicht mehr aus, weil beim Belichten der Slave schon aus ist, und so werden die Bilder dunkler.

Das würde bedeuten, dass ein für die HP problemlos verwendbarer Slaveblitz erst auf das "Wiederdunkelwerden", aber noch innerhalb der Belichtungszeit, zünden dürfte, damit der zusätzliches Licht einträgt.

Für den Blitzwürfel scheint das zu bedeuten, dass dieser nur ideal zündet, wenn das auftreffende Licht so schwach ist, dass er erst auf der Spitze des Signals zündet. Allerdings ist der Bereich zwischen ideal zünden und nicht zünden recht schmal.

Eine mögliche Lösung der Probleme


Als Aufnehmer für das Signal wird eine Schaltung benötigt, die möglichst gut einen Blitz (auch abgeschwächt und indirekt) erkennt. Diese Schaltung muss ein Verzögerungsglied antreiben, was im einfachsten Fall durch ein mechanisches Relais dargestellt wird. Die Belichtungszeit muss der Schaltzeit des Relais (oder vorher umgekehrt) angepasst werden. Bei der HP618 ist das Problem, dass sich Zeit und Blende nicht unabhängig steuern lassen, so dass es ein paar "schwarze Löcher" in den Kombinationen, je nach umgebender Beleuchtungssituation, gibt.

Rückblick auf diesen Text nach 2 Jahren

Ich habe inzwischen das Kamerasystem gewechselt, so dass es für mich nicht notwendig erscheint, mich noch weiter in die Thematik der HP618-Blitzerei zu vertiefen. Im letzten Stadium habe ich eine Reihe Aufnahmen mit mehren Blitzgeräten gemacht. Dabei habe ich folgende Technik benutzt:

  • Stück schwarzer Film direkt vor dem Kamerablitz.
  • direkt dahinter bzw. darauf geklemmt die Parallelschaltung aus mehren Fotodioden als Signalaufnehmer
  • per Klinkenkabel weiter in eine "schwarze Kiste"
  • an der "schwarzen Kiste" 3 Klinkenanschlüsse für Blitze

In der "schwarzen Kiste" ist eine kleine Verstärkerschaltung für das Signal und daran 3 Leiterplattenrelais. Die Problematik des Verzögerns für die "Slaveblitze" wird recht gut durch die Relais gewährleistet.

Was mir nicht perfekt gelungen ist, die Schaltung stabil und unabhängig von der Spannung des 9V-Blocks zu betreiben und auf die Arbeitspunktnacheinstellung zu verzichten. Da ich auf Grund diese Macken diesen noch nicht für nachbaufähig befand und ich immer noch an Verbesserungen dachte, wurde das hier auch nicht weiter beschrieben.

Heute würde ich ehr den Versuch machen, auf Basis der bei hiviz.com zu findenden Schaltung für den Verzögerer etwas brauchbares zu realisieren.


geschrieben / geändert am : 14.08.2006