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Dias & Negative abfotografieren

Abfotografieren von Dias und Negativen

Kamera mit Diakopiervorsatz. Das Bild auf SW-Film wurde damit digitalisiert
Kamera mit Diakopiervorsatz. Das Bild auf SW-Film wurde damit digitalisiert

Öfters benötige ich für Webseiten schnell und einfach ein Dia oder ein Negativ eingescannt. Meistens soll nur ein kleines Bildchen eingefügt werden. Da mir zu dem damaligen Zeitpunkt kein Dia- oder Filmscanner zur Verfügung stand, suchte ich nach einer anderen Lösung.

Es ist mit Hilfe einer Nahlinse (+4 Dioptrien) kein Problem ein Dia abzufotografieren ... besser fast kein Problem. Einzig eine vernünftige Halterung mit reproduzierbaren Ergebnissen musste her.

Umsetzung des Kopiervorsatz für Dias und SW-Negative
Aus einem Vorsatz für den Balgenauszug, der zum Diaabfotografieren dient (für 8 Euro gebraucht) und damit über eine gute Halterung mit Mattscheibe verfügt, einem Filterring und etwas massiverem Rohr aus Pappe ließ sich das Problem relativ einfach lösen. Zur Vermeidung von ungewolltem Licht wurde das Rohr innen mattschwarz gestrichen und außen mit einer Art Kunstleder (dünnes zum Bucheinbinden) abgeschloßen

Beim Nachbau muss darauf geachtet werden, das die kürzeste Entfernung (auch bei Nahlinse!) zwischen Kamera und Objekt nicht unterschritten wird, da dann das Scharfstellen scheitert. Ansonsten sollte das aber für jeden Bastler mittels der Bilder nachvollziehbar sein - falls nicht - bitte eine Mail schreiben.

Die Bilder hier entstanden auf Schwarz-Weiß-Film und wurden mit dieser Konstruktion auf die Kamera und den Rechner gebracht.


Gedanken zu Farbnegativen
Zu einem späteren Zeitpunkt müßte ich noch ein paar Worte zur Farbkorrektur bei Farbnegativen verlieren (... aber ganz soweit bin ich noch nicht
Bisher folgendes Zwischenwergebnis und Gedankengänge:


  • Grundfarbe (orange-braun) des Negativfilms muß vor der eigentlichen Aufnahme ausgelichen werden. Dazu müssen Farbfilter (grün-blau?) dazwischen, weil auch mit 30 Bit Farbtiefe der Kamera durch die unterschiedlichen Intensitäten der Farben auf dem Film sonst kaum "Pixelmaterial" übrig bleibt. Erste Ergebnisse mit einem dazwischen gesetzten leichten Blaufilter sehen vielversprechned aus.
  • Die EV-Werte des Scripts (s. unten) sind für Negative nicht ganz brauchbar, wenn man den Filter verwendet. Hier waren die Ergebnisse bei einem EV von +1 die besseren. (im Script muss der Wert mal 100 genommen werden)
  • Im Idealfall müßte man sich gleich ein Programm für die Kamera schreiben, das Umwandeln wird lästig
  • Dann sollte man noch Licht und Weißabgleich auf den Filter optimieren, dann können durchaus (web-)verwertbare Bilder herauskommen.

Farbnegativ (mit Blaufilter aufgenommen)


dieses Farbnegativ invertiert aber sonst unbearbeitet. Man sieht, dass ein leicht ins grünliche gehender Farbfilter von Vorteil wäre. Das läßt sich eventuell aber noch über den Weißabgleich machen.


Nach Reduktion des Grünanteils und anderen Spielereien. Das Negativ war wohl eh nicht sooo toll (wie ein Vergleich zum Originalbild zeigte) und neben dem Grünlichen sticht dann natürlich das Rot um so mehr



Weiter Überlegungen
Es empfiehlt sich die gezeigte Vorrichtung noch um eine Halterung zum Betrieb auf dem Tisch und eine kräftige Lampe zu erweitern, damit dann definierte und konstante Lichtverhältnisse zur Verfügung stehen. Alternativ kann ein Slaveblitz als Lichtquelle dienen oder auch ein Farbmischkopf eines Vergrößers. Damit könnte man bei feststehendem Weißabgleich das Licht so optimieren, dass wenig Nachbearbeitung anfällt und damit auch viel Farbtiefe zur Verfügung steht.

Einen etwas anderer Ansatz um Negative mit Hilfe eines Farbvergrößerer abfotozugrafieren, habe ich hier in einem ergänzenden Text beschrieben.

Helferchen
Für Dias habe ich ein kleines Script fertig gemacht, mit dem es möglich ist, das Dia bei verschiedenen EV-Werten als Serie so aufzunehmen, dass man ein Endbild auswählen kann, das dem Original möglichst weitgehend entspricht.




geschrieben / geändert am : 15.10.2004