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Zubehör & Experimente

Nahaufnahmen mit Digitalkamera und Balgenauszugsgerät

Aufbau mit Kamera
Aufbau mit Kamera
Digitalkamera und Balgenauszugsgerät - ein Idee funktioniert.


Ein paar Worte zur Einleitung - Problemstellung

Im April stand ich vor einem Problem. Ich wollte mit der Digitalkamera unbedingt ein paar Holzschneiderbienen (Mauerbiene?) fotografieren - die Biologen werden entschuldigen, dass ich die ca 20 Arten nicht genauer kenne. Leider haben diese Tiere eine Fluchtdistanz, die die Nähe der Kamera mit Makrolinse nahezu ausschließt.


Während ich gerade mit meiner Praktica ein paar Bilder machte, kam mir dann ein Gedanke:

Wer von Euch die Seite von Rainer Emling kennt (s. Linkseite) der hat sich eventuell schon mal mit den Vorsatzteleskopen aus Objektiven vertraut gemacht. Letztens hatte ich meinen zweiten Stepring 49 auf 42 zusammengebaut und mit der Kombination aus 500er Tele und 1.8/50mm Normalobjektiv schon recht vernünftige Bilder gemacht. Wenn ich jetzt die Entfernung zwischen dem Teleobjektiv und dem Normalobjektiv vergrößere, kann ich mich dem Objekt weiter annähren - eventuell bis auf weniger als ein Meter. Also probierte ich folgende Kombination mit sehr gutem Erfolg aus:
Aufbau (vom Objekt zum "Film"):

  • 2,8/135 mm Teleobjektiv
  • Balgenauszugsgerät (auf Stativ)
  • Stepring 49/42
  • 1,8/50 mm Normalobjektiv (das bingt bei mir übrings keine Vignettierungen mehr im Gegensatz zum 2,8/50er)
  • Stepring 49/42
  • Kamera (meine HP 618)

Aufbau ohne Kamera und Mount (die kommt auf der rechten Seite an die Konstruktion.)

Lichtproblematik:

Als nächstes Problem war das Licht zu verstärken. Auf einen Strahler reagierten die Bienen etwas konfus, so dass ich davon Abstand nehmen musste. Blieb also nur noch ein Blitz. Der interene Blitz wird allerdings so abgeschattet, das man nur noch schwarze Bilder hatte und die gemessenen Belichtungszeiten von ca 1/8 s bei Blende 8 waren auch nicht geeignet für halbwegs scharfe Bilder. Für den Slaveblitz DG 20A war es natürlich wieder zu hell - heißt - er meinte nicht blitzen zu müssen ...
Abhilfe schaffte hier eine Kombination aus zwei Blitzfiltern (5er-Satz für 1 Euro in einer Kramkiste - Daraus die Fressnellinse und das "Waffeleisen"), die ich seitlich vor dem interen Blitz am 50mm-Objektiv fixierte.

Fazit:

Es macht Sinn in der oben beschrieben Art vorzugehen, denn einige Bilder sind sicher nicht anderes zu machen, allerdings gibt man dabei den Gewichtsvorteil der Digitalkamera gegenüber der klassichen Spiegelreflexkamera auf. Bei geplanten Fotoexkursionen sollte das aber durchaus vertretbar sein.


Mit dieser Vorrichtung fotografierte Mauerbiene.



geschrieben / geändert am : 14.10.2004